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"Als Martin mich nach draußen zerrte, war ich grade wieder kurz davor, ein anderer Mensch zu werden. Das kann ich, ganz wie ich Bock hab. Macht das nicht jeder so, wenn er merkt, dass er die Kontrolle über sich verliert? Ihr wisst schon: Man sagt sich, alles klar, jetzt bin ich mal total belesen, und dann geht man hin und leiht sich ein paar Bücher aus und trägt sie eine Zeit lang mit sich rum. Oder, meinetwegen, ich bin ein Kiffertyp, und dann raucht man viel Gras. Egal was. Und man fühlt sich dadurch anders. Wenn man sich die Kleidung oder Vorlieben oder Sprache, die Art zu reden, von anderen ausleiht, dann ist das wie ein kleiner Urlaub von sich selbst, finde ich."

 

A Long Way Down.

15.12.08 17:36


Die Kälte wird belohnt: mit Schnee.

Heute bin ich einfach nicht in den Zug gestiegen. Ich hätte in den Zug steigen müssen, aber ich habe es nicht getan. Also werde ich morgen in meinem Seminar fehlen, also werde ich am Wochenende fehlen und generell bin ich sehr fehlerhaft.

Samstag war ziemlich cool. Meine Heldin musste beim Mitternachtsshopping arbeiten und ich bin dann einfach ins Polyester gegangen. Als ich so davor stehe und mir frierend eine Zigarette drehe, weil ich noch nichts abgecheckt habe, kommt so ein Girl auf mich zu. Die redet Klartext: "Hi, ich habe so etwas noch nie gemacht, aber die fangen erst 21 Uhr an; willst du mit mir noch in die Stadt gehen? In der Metro verkaufen die Sachen für 25 Cent. " Und weil ich halt niemanden kenne und weil ich halt alleine da bin und weil es halt auch scheiße kalt ist und weil ich zu Hause auch schon ein Bier getrunken habe, sage ich: Klaro. Also laufen wir eine Stunde durch die Stadt, sie zeigt mir Diskotheken und Bars und ich freue mich, nicht alleine zu sein. Wir reden auch die ganze Zeit über uns und oh man, ich bin so viel und so wenig ich selbst, dass ich irgendwie mega sympathisch bin.

Später sitzen wir auch zusammen im Polyester, mit großen Augen und kalten Händen und hören wundervolle Texte von Männerstimmen. Dann kommt Ivana Rohr. Mit Hosenträgern und Engelsflügeln! Ivana hat eine Stimme aus Samt und ein Video, dass alle Sinne betäubt. Zudem steht der Dreadjunge auf der Bühne, der die Elektrobeats in den Raum katapultiert. Er vibet mit seinem ganzen Körper, steckt mit drin und ich weiß überhaupt nicht, wo ich meine Augen lassen soll. In der Pause drehe ich meiner neuen Freundin eine Zigarette. Sie hustet beim rauchen und mir fällt es wirklich schwer nicht zu lachen; ich lache aber nicht. Dafür umarmt sie mich dann, als ihre Freundin sie abholt. Ich gehe wieder ins Polyester und höre einfach dem "Kommando Schreibmaschiene" zu. Der Dreadjunge geht weiter mit dem Beat. Ich trinke weiter mein Bier. Patchouli in der Nase, aber das war schon immer mehr gut als schlecht.

24 Uhr hole ich mein Mädchen aus der Buchhandlung ab. Sie fährt uns zu einer Homoparty. Naja, okay. Treffen halt ihre Leute, tanzen (mir ist gar nichts peinlich) , knutschen; ich fühle mich zwischendurch ziemlich bedrängt, aber einfach nur, weil ich es hasse, wenn man mich ständig anfässt. Dann ist da ihre Dozentin auf der Tanzfläche und weil die so verklemmt sind tanze ich mit der einfach mal Pogo zu Nirvana und das scheint jetzt das neue Unigespräch zu sein. Hach.

Jedenfalls bin ich heute nicht in den Zug gestiegen. T. ist nicht böse, dass ich morgen nicht erscheine; trotzdem ist er ziemlich am Arsch und das tut mir leid. Ich muss mir irgendwas primamatisches einfallen lassen, was ich ihm zu Weihnachten schenken kann.

Meinen Hamster habe ich auf Diät gesetzt, mich aber auch. Ich habe mir halt auch diese gestreifte Hose gekauft und meinen Arsch reingepresst.

Ich hätte gerne Dreads, aber als der erste fertig war, war ich auch total fertig vom ganzen Geziepe.

Morgen sehe ich mir jedenfalls Tintenherz an; unter anderem auch, weil ich heute nicht in den Zug gestiegen bin.
9.12.08 15:47


ach, ich steh auf sowas. echt.

 

ich packe meinen rucksack, weil ich einfach spontan nach dem seminar in den norden fahre - zu meiner heldin. 

 

ebenso: die verliebte spielt wieder. ich weiß nicht was sie erzählt, aber ihre freunde glauben, dass ich auch ein bischen in sie verliebt bin. das stört mich aber gar nicht, also wirklich nicht. jedenfalls spielen wir schon wieder unser katz und maus spiel; und wir sind schon so viel besser geworden im spiel, dass wir weder wirklich verliebt oder interessiert aneinander sind, sondern einfach nur spielen, des spielens wegen. 

 

das mädchen, dass am samstag einfach so weinend aus der disko gerannt ist, stalkt meine freunde und meine freunde lachen mich deswegen aus. nebenbei bin ich super stolz auf meine freunde, weil die einfach so gut sind, die besten also. 

 

ich habe auch eine beste freundin. 

 

ich habe auch einen steifen nacken und ein verrückten magen.  und während meine beine gar nicht mehr still halten können, gebe ich einfach den bonaparte takt an; und das ist auch so mega geil, dass eben ein wohnheim junge an meinem fenster geklopft hat und sagte, ich soll doch mal lauter drehen und ob ich auch beim konzert war. ich sag ja und wir rauchen eine zigarette und dann tanze ich einfach weiter mit offenem fenster und einem grinsenden wohnheim jungen.

3.12.08 11:50


das wichtigste ist einfach, dass man keine angst hat.

 

weil angst ist irgendwie scheiße. also total. nicht nur die angst an sich, auch das drumherum. das händezittern, das pulsieren der hauptschlagader an deinem hals, stottern, nichts sagen, kalte füße, mistrauische blicke, schmerzen in der brust, wut, verlangen. ich glaube, angst ist wirklich einfach das schlimmste. 

 

gerade bin ich so nerdig, dass mir alles weh tut. also echt alles. ich schreibe so viel und ich starre so viel diesen bildschirm an, dass meine augen furchtbar brennen und ich kann nur sagen, dass gerade alles irgendwie verdammt gut ist, weil ich keine angst haben muss. 

 

man, alles ist so verdammt gut. 

2.12.08 18:56


mein mund ist auch ganz steif. alles zieht sich ein bischen zusammen; von der magensäure bis zu den gehirnzellen.

ich habe dieses kribbeln. ach, ich glaube heute mache ich irgendeinen bescheuerten scheiß.

26.11.08 22:44


Weißt du, es schneit einfach den ganzen Tag. Die ganzen Tage. Immer. Jederzeit. Die Schneeflocken fallen so leicht, als würden sie im Wind tanzen; und tanzen ist es doch, was wir brauchen. Warum sind wir keine Schneeflocken?

 

 Ich weiß noch, als sie mir das erste mal vom Schnee erzählt hat. Von der Sehnsucht und dem Zueinanderfinden. Worte und Bilder im Kopf. "Wenn es schneit..." - es schneite nie. Nicht eine Schneeflocke in fünf Jahren und jetzt ist es, als würde sie weinen; weinen weil es keinen Schnee gab, weil die kleinen Sterne nicht mit dem Wind tanzten. Das Wasser ist groß und gut; aber Schnee berührt Herzen. 

 

Ich höre Musik, die Tränen in die Augen schmettert.

 

Provokationen. 

 

Trinke Himbeer-Vanille Tee; meine Kopfhörer fangen meinen Herzschlag ein. Es ist so LAUT.

 

 

[Gerade wird mir zum ersten Mal gesagt, dass ich nichts verstehe. Ich fühle mich sehr ertappt. Wäre die Welt nicht so groß, wäre ich auch nicht so klein.]

26.11.08 22:38


heute habe ich neun stunden in den zügen der deutschen bahn verbracht. NEUN.
23.11.08 22:17


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